Automobilmarkt

Fünf Fakten zum Gebrauchtwagenmarkt

Thema des Monats Januar

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH hat im aktuellen DAT-Report 2021 Fakten zum Gebrauchtwagenmarkt analysiert. Auch die Zulassungsergebnisse 2020 des Kraftfahrtbundesamts (KBA) sind dabei in die Analyse mit eingeflossen.

Für den GW-Markt 2020 gilt:

  1. Der GW-Markt insgesamt war stark: Hohe Besitzumschreibungszahlen können ab Mitte des Jahres durch Vorzieh- oder Mitnahmeeffekte aufgrund der Mehrwertsteueranpassung erfolgt sein. Sofortige Verfügbarkeit, die grundsätzliche Fokussierung auf das Fahrzeug als sicheres Transportmittel und Reisemittel in den Urlaub sind weitere Gründe. Besonders in Zeiten der Pandemie ermöglicht nur das Auto über längere Strecken eine kontaktlose Mobilität. 
  2. SUV weiter beliebt: Der Trend zu kleinen und kompakten SUV – wie er auch im Neuwagenmarkt zu sehen ist – zeigt sich auch bei den Gebrauchtwagen. Es wurden oft junge, gut ausgestattete Fahrzeuge (Stichwort: Fahrerassistenzsysteme) mit modernen Euro-6-Motoren erworben, um zukunftssicher mobil zu sein. 
  3. Die Investitionsbereitschaft war hoch: Bei der Betrachtung der Durchschnittspreise, die ein Endverbraucher beim Handel für einen Gebrauchtwagen bezahlt hat, konnten wir eine deutliche Steigerung zum Vorjahr feststellen. Viele Käufer haben sicherlich Geld, welches für Urlaube oder andere Ausgaben geplant war, stattdessen in den Autokauf investiert. In ähnlich hohem Maße wurden auch ältere Fahrzeuge erworben, denn auf dem Gebrauchtwagenmarkt gibt es für nahezu jedes Budget ein Angebot.
  4. Schnellerer Fahrzugwechsel: Die Menschen haben bisherige Fahrzeuge früher abgestoßen, um sich ein neues gebrauchtes Fahrzeug zu beschaffen. 
  5. Gutes Gebrauchtwagen-Jahr für den Handel: Dadurch, dass die Fabriken stillstanden und die Versorgung mit individuell konfigurierten Neuwagen entweder mit langen Lieferfristen oder Beschaffungsschwierigkeiten verbunden war, haben sich viele Kaufinteressenten für einen Gebrauchtwagen entschieden. Weil junge Gebrauchtwagen teilweise knapp waren (viele Werksangehörige konnten ihre Fahrzeuge nicht erneuern, Leasingverträge wurden z. T. verlängert, Mietwagenflotten wurden nicht im üblichen Zyklus erneuert), waren diese begehrt und konnten zu höheren Durchschnittspreisen vermarktet werden. Unsere Analysen für den Dezember 2020 zeigen sogar einen Anstieg der Fahrzeugwerte (Diesel: 52,5%, Benziner 56,6% vom ehemaligen Listenneupreis), was eher ungewöhnlich für ein Jahresende ist. Hinzu kommt: Die Standtage der Fahrzeuge gingen deutlich nach unten. Nach Ende des ersten Lockdowns verkauften sich die Gebrauchtwagen beim Handel sehr schnell. Im Schnitt standen im Dezember die Fahrzeuge zwischen 73 und 75 Tagen, das sorgt für niedrigere Standkosten und für einen Entspannung der Situation beim Handel generell. 

Automobilmarkt Deutschland

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