Schadenabwicklung von Pkw-Haltern

E-Autos – Schadenabwicklung von Pkw-Haltern

Thema des Monats September

Im DAT-Report wird der Begriff „Unfallreparatur“ folgendermaßen präzisiert: „Durch äußere Einwirkung auf den Pkw (Verkehrsunfall, Park-Rempler, Steinschlag oder Hagel) muss an der Karosserie, am Lack oder Glas etwas repariert werden.“

  • Gut ein Fünftel 2020 mit Unfallschaden am eigenen Auto: Die Frage, ob im vergangenen Jahr an ihrem Wagen ein Unfallschaden vorlag, verneinte die überwiegende Mehrheit (83%) der Pkw-Halter. Die verbleibenden 17% hatten dagegen einen „Unfallschaden“. Dieser Wert variiert deutlich in den verschiedenen Altersgruppen. In der Altersgruppe bis 29 Jahre waren es mit 26% über ein Viertel, in der Altersgruppe über 60 Jahre nur 15%. Den geringsten Wert wies die Altersgruppe 50 bis 59 Jahre mit nur 13% aus. Ob für diesen Schaden eine entsprechende Reparatur beauftragt wird, hängt von der Schwere des Unfalls, der Schadenfreiheitsklasse, der Einstellung des Pkw-Halters zu seinem Fahrzeug oder auch von finanziellen Umständen ab. Unter allen Pkw-Haltern ließen 8% den Schaden nicht reparieren, 9% dagegen beauftragten eine Unfallreparatur. Dieses ausgeglichene Verhältnis setzt sich in den verschiedenen Altersgruppen nahezu identisch fort.
Unfallschäden DAT-Report Schadenabwicklung von Pkw-Haltern

Schadenabwicklung von Pkw-Haltern

 

  • Durchschnittliche Schadensumme 2020 gestiegen: Mit 2.438 Euro lag die Schadensumme knapp 400 Euro über dem Vorjahr. Damit bleibt sie im Korridor der vergangenen Jahre und oszilliert zwischen 2.000 und 2.500 Euro. Die Schadenhöhen gruppierten sich dabei folgendermaßen: 38% im Bereich der Bagatellschäden bis unter 1.000 Euro, 13% zwischen 1.000 Euro und 2.000 Euro, 12% zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Zu großen Fahrzeugbeschädigungen mit einer Schadenhöhe von mehr als 3.000 Euro kam es bei 18% der Pkw-Halter. Weitere 20% konnten oder wollten allerdings nicht sagen, wie hoch die Schadensumme tatsächlich war. Das veränderte Fahrverhalten durch Corona (geringere Jahresfahrleistung u. a. auch durch Homeoffice oder Kurzarbeit) kann im Bereich der Schadensummen eine Rolle gespielt haben, sodass z. B. insgesamt weniger Bagatellschäden entstanden und bei den verbleibenden Interaktionen größere Schadensummen anfielen. Was die Bezahlung der Unfallschäden betrifft, gaben 68% der befragten Pkw-Halter an, der Schaden sei ganz oder teilweise von der Versicherung übernommen worden. Dies ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr von vier Prozentpunkten. 32% hatten ihren Angaben zufolge den Schaden komplett selbst bezahlt (2019: 28%). Der Anteil der Selbstzahler ist damit in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Noch 2017 lag er bei 20%.
 
  •  Werkstatt Anlaufstelle Nr. 1 nach Unfallschaden: Die wichtigste Anlaufstelle ist für 65% aller Pkw-Halter die eigene Werkstatt. Damit wird das Vertrauen in die eigene Werkstatt erneut bestätigt und das mit einem Zuwachs von acht Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Eine noch deutlichere Steigerung gegenüber 2019 konnten die Sachverständigen mit 41% verzeichnen, im Vorjahr kamen sie auf 27%. Das kann damit zusammenhängen, dass die Schadensummen 2020 deutlich über 2019 lagen, aber auch mit der Tatsache, dass die persönliche Ansprache während der Corona-Pandemie wichtiger geworden ist. Die gegnerische Versicherung hätten 27% als erstes konsultiert (2019: 21%), der Rechtsanwalt wäre wie im Vorjahr für 22% aller Befragten der erste Ansprechpartner im Schadenfall.
  • Für Mehrheit Fotodokumentation beim Unfall denkbar: Da das Handy zwischenzeitlich ein allgegenwärtiger Begleiter ist, liegt der Self-Service des Endverbrauchers, d. h. dieser erstellt im Falle eines Unfalls Schadenbilder, aus denen die Versicherung den Schadenumfang feststellt, nahe. Die Frage, ob die Pkw-Halter schon einmal eine solche Schadendokumentation gemacht haben, die zur Regulierung eines Schadens beigetrug, bejahten allerdings nur 19%. Höher fallen die Werte aus, wenn man nach der grundlegenden Einschätzung zu diesem Thema fragt – also ob der Pkw-Halter in der Lage wäre, nach einem Unfall eine aussagekräftige Dokumentation der Beschädigung vorzunehmen und einer Versicherung zu senden. 56% aller Befragten sahen sich in der Lage dies zu tun, 21% verneinten es, und 23% konnten dazu keine Antwort geben. Nach Altersgruppen aufgeteilt, ergibt sich ein interessantes Bild. Diejenigen, die sich am ehesten in der Lage sahen, den Self-Service im Schadenfall vorzunehmen, war die Gruppe der 30- bis 49-Jährigen (60%). Die Unter-30- und Über-50-Jährigen lagen bei den Antworten gleichauf (55%). Der Einsatz des Endverbrauchers im Schadensfall ist auch für die Schadensbranche zunehmend ein Thema. Es gibt bereits Softwarelösungen zur Analyse von Unfall- und Verschleißschäden, mit dem der Pkw-Halter in einem geführten Prozess in die Lage versetzt wird, Schäden fotografisch zu erfassen. Durch den digitalen Sachverstand kann der physische zwar nicht ersetzt werden, aber die Abwicklungsprozesse können verbessert und effizienter gestaltet werden.
Schadenabwicklung von Pkw-Haltern Schadendokumentation per Smartphone

Schadenabwicklung von Pkw-Haltern

DAT-Report 2021
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