Elektromobilität

Fakten zu alternativen Antriebsarten

Thema des Monats März

Elektromobilität ist zunehmend in aller Munde. Im vergangenen Jahr wurde dies durch die Bundesregierung zusätzlich verstärkt: Um den Erwerb und die Nutzung von Elektrofahrzeugen attraktiver zu machen, gibt es zwischenzeitlich Kaufanreize für Endverbraucher und Dienstwagenberechtigte, zusätzliche Mittel für den Ausbau der Ladeinfrastruktur aber auch Privilegien für Elektroautohalter etwa beim Parken in Innenstädten.

Die Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) zeigen bei den batterieelektrischen Pkw deutliche Wachstumsraten wenn auch, bezogen auf die Gesamtzahlen, auf einem niedrigen Grundniveau.

Doch wie kommt das Thema alternative Antriebsarten und im Besonderen batterieelektrische Pkw (BEV) bei den Endverbrauchern an? Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH hat im aktuellen DAT-Report 2021 Fakten zu alternativen Antriebsarten analysiert. Hierbei wurde die Aussagen auf Basis der Meinung von Gebraucht- und Neuwagenkäufer, die sich 2020 ein neues Auto angeschafft haben, ermittelt.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • Überlegung ja – Kaufen eher nein
    Die privaten Pkw-Käufer 2020 wurden gefragt, inwieweit sie während ihres Kaufentscheidungsprozesses den Erwerb eines Pkw mit einer alternativen Antriebsart (reines E-Auto, Plug-In-Hybrid, Hybrid oder Gasantrieb) in Erwägung gezogen haben. Während 38% der Neuwagenkäufer dies bejahten, waren es bei den Gebrauchtwagenkäufern nur 13%. 
    Die hohen Prämien, die von den Herstellern und Importeuren im Schulterschluss mit dem Bund für elektrifizierte Neuwagen ausgelobt wurden, waren wohl für viele Neuwagenkäufer eine Motivation, sich mit einer solchen Technologie während der Customer Journey auseinanderzusetzen. Seit 2020 werden auch junge, elektrifizierte Gebrauchtwagen gefördert, doch die noch geringe verfügbare Anzahl an solchen Pkw und die zum Teil veraltete (Batterie-)Technik führten zu einem eher verhaltenen Interesse.
    Wer sich schlussendlich für eine alternative Antriebsart entschieden hat, zeigt die Zulassungsstatistik des KBA. So wurden 2020 insgesamt (privat und gewerblich) rund 400.000 Einheiten (BEV und PHEV) neu zugelassen. Bezogen auf alle Neuzulassungen sind das rund 14%. Bei den Besitzumschreibungen waren es knapp 40.000 Einheiten – der Anteil liegt damit bei einem Prozent.
  • Wissensstand gut, aber noch nicht hoch
    Die Neuwagenkäufer wurden für den DAT-Report 2021 befragt, wie vertraut sie mit den jeweiligen alternativen Antriebstechnologien sind. Der Trend zeigt, dass der Wissenstand in den letzten Jahren gestiegen ist. Am höchsten war im Jahr 2020 die Kenntnis über rein batteriebetriebe Pkw. Lag diese 2016 mit der Durchschnittsnote 3,4 noch im Bereich zwischen „kenne ich nur vom Namen her“ und „etwas davon gehört/gelesen“, stieg sie 2020 auf 2,4 und damit in den Bereich zwischen „etwas davon gehört/gelesen“ und „viel davon gehört/gelesen“. Pkw mit Hybridantrieb erreichten 2020 (mit und ohne Plug-In) jeweils die Durchschnittsnote 2,7. Wasserstoff als Antriebsform erzielte die Note 3,3 und damit einen deutlich niedrigeren Wert beim Kenntnisstand.
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  • Reichweite, Ladezeiten und Kosten bleiben Hinderungsgründe bei E-Autos
    Die Mehrheit der Autokäufer entschied sich auch 2020 für einen Verbrenner. Gefragt nach den drei wichtigsten Gründen, warum sie kein „reines“ E-Auto gekauft haben, nannten die Neuwagenkäufer folgende Gründe: Für 59% war die begrenzte Reichweite der Top-Hinderungsgrund, gefolgt von den Ladezeiten (49%) und der unausgereiften Infrastruktur (47%). Etwas anders ist die Rangfolge bei den Gebrauchtwagenkäufern: Für jeweils 55% sprachen die hohen Anschaffungskosten und die begrenzte Reichweite gegen ein E-Auto, gefolgt von den Ladenzeiten (38%). Die Aussage „bevorzuge Verbrennertechnologie“ wurde nur von 17% der Neu- und 20% der Gebrauchtwagenkäufer als Grund genannt. Insofern spielen, wenn es um die Entscheidung pro oder contra E-Auto geht, andere Themen für die Autokäufer und deren Mobilitätsbedürfnisse eine größere Rolle als die generelle Präferenz für einen Verbrenner.
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  • Lademöglichkeiten gibt es in der Nähe – aber wo parkt das eigene Auto?
    Das „Tanken“ eines E-Autos spielt für dessen Halter eine elementare Rolle. Ganz unabhängig vom Besitz wurde für den DAT-Report 2021 gefragt: „Haben Sie eine Lademöglichkeit (Stromanschluss oder Ladestation) für ein Elektrofahrzeug bei Ihnen vor Ort?“. Dies bejahten 65% der Gebraucht- und 73% der Neuwagenkäufer. Fragt man Letztgenannte, wo konkret diese Lademöglichkeiten sind, werden am häufigsten (43%) „öffentliche Ladestationen“, also Supermärkte, Einkaufszentren oder Parkhäuser genannt. Dahinter folgen zentrale „Parkplätze“ (31%) und „bei Freizeitaktivitäten“ (24%). Die Praktikabilität einer öffentlich zugänglichen und nicht direkt am Wohnort befindlichen Ladestation im Alltag ist dabei fraglich. Nur 17% gaben als Lademöglichkeit die eigene Garage bzw. den Stellplatz an. Unabhängig von der Lademöglichkeit zeigt sich, dass von allen privaten Neuwagenkäufern 60% über eine Garage verfügen, 18% über einen Carport oder Stellplatz, 16% gaben an, ihr Fahrzeug an der Straße zu parken, während 5% über einen Tiefgaragenstellplatz verfügen. Etwas anders stellt sich das Bild bei den Gebrauchtwagenkäufern dar: Hier sind die so genannten Laternenparker, also diejenigen, die ihren Pkw auf der Straße parken, mit 39% an stärksten vertreten, gefolgt von 38% Garagenbesitzern. 19% verfügten über einen Carport oder Stellplatz, und ebenfalls
    5% parken ihr Auto in einer Tiefgarage.
  • E-Autos für 21% ein perfektes Alltagsauto
    Für den DAT-Report 2021 wurden alle Neuwagenkäufer gebeten, einige Statements rund um das Thema E-Autos eingruppieren. Sie konnten sich dabei zwischen den Kategorien „stimme zu“, „neutral“ und „stimme nicht zu“ entscheiden. So stimmte die Mehrheit der Befragten der Aussage „Elektroautos sind perfekte Alltagsautos“ weder zu noch lehnte diese ab – 47% legten sich bei dieser Aussage also nicht fest (32% stimmten nicht zu, 21% stimmten zu).

    Deutlicher in eine Richtung fällt das Ergebnis beim Statement „Elektroautos sind umweltfreundlich bei der Herstellung“ aus. Denn 47% stimmten dieser Aussage nicht zu (43% waren neutrale, 10% stimmten zu). Wenn es also um die Herstellung von Elektroautos geht, so spielt für den Endverbraucher die Umweltfreundlichkeit offensichtlich eine zunehmend kritische Rolle.

    Anders die Einschätzung der Nutzung. Für 48% der Neuwagenkäufer sind „Elektroautos umweltfreundlich in der Nutzung“ (36% waren neutral, 16% stimmten nicht zu). Der generellen Frage: „Werden E-Auto die klassischen Verbrenner ersetzen“ stimmte mit 46% die Mehrheit nicht zu (39% waren neutral, 15% stimmten zu).

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